Einkehren beim Bauern
Möchten Sie ausserhalb von Basel Land und Leute kennenlernen? Dann empfehlen wir Ihnen den Besuch auf einem besonderen Bauernhof! Zur Labung steuern Sie am besten eine währschafte Bauernwirtschaft an, die ihren Namen auch verdient. Im deutschen Markgräflerland, einem traditionellen Naherholungsgebiet der Basler, heissen solche Lokale «Straussi», im Schweizer Aargau etwa «Besenwirtschaft» und in Österreich «Buschenschenke». Alle haben eines gemeinsam: Sie bieten ausschliesslich hofeigene Produkte an und sind nur eine jeweils gesetzlich bestimmte Anzahl Tage im Jahr geöffnet. Ein ähnliches Angebot halten die «Fermes Auberges» im Elsass bereit, die ihrerseits aber oft ganzjährig zugänglich sind.
Im badischen Markgräflerland, wo diesbezüglich die älteste Tradition besteht, geht das Straussiwesen bis auf das 18. Jahrhundert zurück. Damals verlieh Karl der Grosse den Bauern ein beschränktes Schankrecht auf ihrem selbstproduzierten Wein. Als äusserliches Zeichen
Basetzen oder hängen die Bauern seither einen Reisbesen vor ihren Hof, der im alemannischen «Strauss» genannt wird. Die Saison der Strausswirtschaften verteilt sich über Frühjahr, Sommer und Herbst. Im Winter sind die Betriebe geschlossen. Es sei denn, sie besitzen eine ordentliche Restaurantkonzession.
Von den unzähligen Straussis in der Region sind vor einigen Jahren unter dem Druck der professionellen Wirte nicht wenige ins Gaststättenlager hinübergewechselt. Dies, weil sie eigentlich nur noch «Pro-forma-Straussis» waren, um die gesetzlichen Auflagen eines Restaurants zu umgehen.
Eine echte, preiswerte Straussi erkennt man am knappen rustikalen Angebot wie etwa Holzofenbrot, Speck, Frischkäse – und natürlich dem Wein vom Fass. Besonders empfehlen möchten wir Ihnen den Besuch der nahe gelegenen Männlins Straussi in Bad Bellingen-Bamlach. Dort können Sie Speckvesper, knuspriges Bauernbrot, Spargel zur Saison, Zwiebelkuchen und Wein aus eigenem Anbau geniessen.
Unser Concierge-Team erklärt Ihnen gerne, wie Sie dorthin gelangen.



